Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag 2021: IP-Blockaden und Marktablenkung ab 2026

Kai Zimmermann · Jul 25, 2026

Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag 2021: IP-Blockaden und Marktablenkung ab 2026

Aktuelle Entwicklungen im deutschen Glücksspielmarkt mit Fokus auf regulatorische Anpassungen und GGL-Aktivitäten

Der GlüStV 2021 steht vor einer umfassenden Bewertung im Jahr 2026, während gleichzeitig die zweite Änderung strengere IP- und DNS-Blockaden durch Internetdienstanbieter gegen nicht lizenzierte Anbieter einführt, die ab etwa Mai 2026 greifen sollen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) treibt Maßnahmen voran, um Spieler vom Schwarzmarkt abzulenken und Schutzmechanismen wie Einzahlungslimits sowie die Fünf-Sekunden-Regel für Slots konsequent umzusetzen. Systeme wie OASIS und LUGAS werden dabei integriert, um die Durchsetzung zu stärken, und die Entwicklungen stehen unter fortlaufender EU-rechtlicher Prüfung.

Der Hintergrund der geplanten Bewertung 2026

Im Jahr 2026 wird der GlüStV 2021 einer gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierung unterzogen, die Daten zu Spielerschutz, Marktablenkung und Schwarzmarktaktivitäten einbezieht. Behörden und Experten sammeln Erkenntnisse aus den ersten Jahren der Anwendung, um mögliche Nachjustierungen vorzubereiten, während die zweite Änderung bereits konkrete technische Sperren festlegt. Die Bewertung berücksichtigt Statistiken zur Spielsuchtprävalenz und verknüpft diese mit der Wirksamkeit bestehender Regelungen, sodass Anpassungen auf fundierten Grundlagen erfolgen können.

Die zweite Änderung und IP-Blockaden ab Mai 2026

Die zweite Änderung des GlüStV 2021 sieht vor, dass Internetdienstanbieter ab Mai 2026 verpflichtet werden, IP- und DNS-Adressen nicht lizenzierter Glücksspielanbieter zu blockieren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Zugang zu illegalen Plattformen zu erschweren und gleichzeitig lizenzierte Angebote zu fördern. Die GGL koordiniert die Umsetzung, indem sie Listen mit zu sperrenden Domains pflegt und die technischen Anforderungen an die Provider kommuniziert, sodass die Blockaden einheitlich und nachvollziehbar erfolgen.

Maßnahmen der GGL zur Marktablenkung

Die GGL intensiviert ihre Bemühungen, Spieler in den regulierten Markt zu lenken, indem sie lizenzierte Anbieter stärker bewirbt und Informationskampagnen durchführt, die auf Plattformen wie Check-dein-Spiel.de verweisen. Gleichzeitig werden Einzahlungslimits und die Fünf-Sekunden-Regel für automatische Spiele flächendeckend durchgesetzt, um riskantes Verhalten zu reduzieren und die Spieler vor übermäßigen Verlusten zu schützen. Die Integration von OASIS ermöglicht eine zentrale Sperrdatei für selbstsperrende Personen, während LUGAS die Überwachung von Einzahlungen und Spielaktivitäten erleichtert.

Technische Umsetzung von Sperrmaßnahmen und Integration von Überwachungssystemen im deutschen iGaming-Bereich

Integration von OASIS und LUGAS in die Praxis

OASIS und LUGAS werden schrittweise mit den Systemen der lizenzierten Anbieter verbunden, damit Sperrungen und Limits in Echtzeit greifen. Die GGL überwacht die Schnittstellen und stellt sicher, dass Daten zu gesperrten Spielern sowie zu Einzahlungsgrenzen korrekt übermittelt werden. Diese technische Vernetzung unterstützt die Zielsetzung, den Schwarzmarktanteil zu verringern, und liefert gleichzeitig belastbare Zahlen für die anstehende Evaluierung 2026.

EU-rechtliche Prüfung und laufende Entwicklungen

Die geplanten Blockademaßnahmen und die Bewertung des GlüStV 2021 unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung durch EU-Institutionen, die mögliche Auswirkungen auf den Binnenmarkt und die Dienstleistungsfreiheit prüfen. Behörden in Deutschland tauschen sich mit europäischen Stellen aus, um Konformität herzustellen, während die Umsetzung der zweiten Änderung im Zeitplan bleibt. Im Juli 2026 werden erste Zwischenergebnisse der Evaluierung erwartet, die Aufschluss über die Wirksamkeit der Sperren und der Schutzmechanismen geben sollen.

Ausblick auf die Umsetzung bis 2026

Die GGL bereitet die technische und organisatorische Infrastruktur vor, damit die IP- und DNS-Blockaden ab Mai 2026 reibungslos starten können. Parallel dazu werden Schulungen für Anbieter und Provider durchgeführt, um eine einheitliche Anwendung der Regeln sicherzustellen. Die Verbindung von Marktablenkung, Spielerschutz und EU-rechtlicher Kompatibilität bildet den Kern der aktuellen Arbeiten am GlüStV 2021.

Schlussfolgerung

Die bevorstehende Evaluierung 2026 und die zweite Änderung mit ihren IP-Blockaden ab Mai 2026 markieren einen wichtigen Schritt in der Regulierung des deutschen Glücksspielmarkts. Die GGL setzt auf die Kombination aus technischen Sperren, integrierten Systemen wie OASIS und LUGAS sowie strikten Schutzvorgaben, um den Schwarzmarkt einzudämmen und Spieler zu schützen. Die Entwicklungen bleiben unter EU-Beobachtung, und die Ergebnisse der Bewertung werden die weitere Ausrichtung des GlüStV maßgeblich beeinflussen.